Wie beeinflusst eine Schwangerschaft den Schlaf?

Schwangere brauchen ausreichend Ruhe und Schlaf. Das ist gar nicht so einfach in die Tat umzusetzen, weshalb ein ruhiger Nachtschlaf nur wenigen Frauen vergönnt ist. Die Ursachen, warum Ihr Schlafrhythmus durcheinandergerät, sind je nach Trimester ganz unterschiedlich. Mit einigen Erscheinungen müssen Sie sich arrangieren, bei anderen Schlafproblemen helfen sanfte Schlafmittel.


1. Trimester: Hormone als Schlafräuber

Für bleierne Müdigkeit und ein erhöhtes Schlafbedürfnis zu Beginn der Schwangerschaft ist eine hohe Konzentration des Hormons Progesteron verantwortlich. Täglich scheint Ihre Müdigkeit anzuwachsen. Um diese anstrengende Zeit zu überbrücken, gibt es leider keine andere Möglichkeit, als sich so oft wie möglich hinzulegen.

Schwangere im Bett

Schwangere im Bett

Wer sich fit genug fühlt, kann einen kleinen Spaziergang in der Mittagspause unternehmen. Die frische Luft tut gut und sorgt dafür, am Abend leichter in den Schlaf zu kommen. Ein weiterer Hemmschuh für einen erholsamen Schlaf ist die wachsende Gebärmutter, die beginnt, auf Ihre Blase zu drücken.

Der nächtliche Gang ins Badezimmer lässt sich zwar nicht komplett vermeiden. Wenn Sie tagsüber genug trinken und ab dem späten Nachmittag die Flüssigkeitsaufnahme reduzieren, erfolgt der Gang zum Bad seltener. Bauchschläferinnen haben durch die wachsenden Brüste Probleme, ihre gewohnte Schlafposition beizubehalten. Am besten ist es, sich schon jetzt an das Schlafen auf der linken Seite zu gewöhnen. So ist eine optimale Versorgung des Babys mit Nährstoffen und Blut gewährleistet. Auch Ihre Nieren können so leichter Schadstoffe abtransportieren.

Unsicherheiten und Ängste tragen oft zur Schlaflosigkeit bei. Ein Austausch mit dem Partner, der besten Freundin oder gegebenenfalls dem Arzt hilft, Sorgen zu zerstreuen.


2. Trimester: Sanfte Sportarten sorgen für Bettschwere

Ab der 13. Woche hat sich Ihr Körper mit den hormonellen Veränderungen arrangiert, was sich positiv auf den Nachtschlaf auswirkt. Die Produktion von Progesteron wird heruntergefahren und die Dauermüdigkeit verschwindet. Da sich Ihr Baby oberhalb des Beckens befindet, drückt nichts auf die Blase und der Schlaf wird nicht mehr unterbrochen.

Im zweiten Trimester haben viele Frauen das Gefühl, sie könnten Bäume ausreißen. Dieser Energiekick führt dazu, dem Körper vorzugaukeln, auch mit weniger Schlaf auszukommen. Um die notwendige Bettschwere zu erreichen, können Sie nach Rücksprache mit dem Arzt sanfte Sportarten wie Walking oder Schwimmen treiben.

Aufgrund der körperlichen Veränderung haben manche Frauen Probleme, eine angenehme Schlafposition zu finden. Ein Stillkissen unterstützt, in der bequemen Seitenlage zu bleiben und das Knie anzuwinkeln. Weitere Schlafräuber im zweiten Drittel sind eine verstopfte Nase, Schnarchen und wirre Träume.

Bei Wadenkrämpfen hilft es, die Füße fest gegen das Fußende des Bettes zu stemmen und auf ausreichend Magnesiumzufuhr zu achten.


3. Trimester: Zahlreiche Beschwerden mindern die Schlafqualität

Wenn es in Richtung Zielgerade geht, ist Ihr Bauch so groß, dass eine bequeme Schlafposition nahezu unmöglich ist. Hilft selbst das Stillkissen nicht mehr, bietet sich als Alternative ein bequemer Sessel an. Entspannung schenken Kräutertees wie Melisse oder Orangenblüte. Da Schwangere einige Sorten nicht trinken dürfen, muss eine Rücksprache mit der Hebamme oder dem Arzt erfolgen. Ihre Schlafqualität leidet auch, weil Sodbrennen, Krämpfe oder die typischen Zuckungen im Bein auftreten.

Da das Baby immer weniger Platz hat, drückt die Gebärmutter wie zu Beginn der Schwangerschaft auf die Blase, was die Frequenz der Toilettengänge in der Nacht deutlich erhöht. Kehrt kurzfristig Ruhe ein, meldet sich garantiert der Nachwuchs mit Tritten und Kniffen. Das Ungeborene kennt noch nicht den Unterschied zwischen Tag und Nacht. Zwar schläft es zwischen 16 und 20 Stunden am Tag, doch der Schlafrhythmus von Mutter und Kind stimmt selten überein.


Schlafstörungen als Generalprobe für das Leben mit dem Baby

Gerade in der späten Schwangerschaft werden Schlafstörungen zum Dauerbegleiter. Sie kommen besser über diese Zeit hinweg, wenn sie diese Phase als Art Generalprobe für das Leben mit dem Baby betrachten. Bei sehr starken Beschwerden können sanfte Mittel wie Akupunktur oder Bachblüten helfen. Hebammen sind bei Schlafstörungen in der Schwangerschaft der beste Ansprechpartner. Ist das Baby einmal geboren stellt sich die nächste Frage: Wie viel Schlaf benötigen Kinder und Babies?

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