REM-Schlaf Phase erklärt

Im Laufe des nächtlichen Schlafs durchläuft jeder Mensch verschiedene Schlafphasen. Die bekannteste davon ist der sogenannte REM-Schlaf, der bei Kindern den größten Anteil am Gesamtschlaf ausmacht. Während dieser Phase treten die meisten Träume auf. Über die weiteren Funktionen des REM-Schlafs diskutieren Schlafforscher noch.

Was ist der REM Schlaf?

Der REM-Schlaf wurde erstmals 1953 von Eugene Aserinsky und Nathaniel Kleitman (beide University of Chicago) entdeckt. Sie ist bei fast allen Säugetieren zu beobachten und zeichnet sich durch schnelle Augenbewegungen (engl.: Rapid Eye Movement, kurz: REM) aus. Weitere typische Merkmale des REM-Schlafs sind:

  • geringerer Tonus der Skelettmuskulatur
  • bestimmtes EEG-Muster: langsame Alphawellen, viele Thetawellen und hohe Beta-Aktivität
  • erhöhter Blutdruck und Puls

Andere Bezeichnungen für den REM-Schlaf sind "paradoxer Schlaf" oder "desynchronisierter Schlaf".

REM-Schlaf Phasen

REM-Schlaf Phasen

Welche Schlafphasen gibt es?

Grundsätzlich lassen sich zwei Typen von Schlafphasen unterscheiden: die REM-Phase und Non-REM-Phasen (kurz: NREM-Schlaf). Letztere wird in drei verschiedene Stadien unterteilt: N1, N2 und N3. Genau wie sich der REM-Schlaf in einem typischen EEG-Muster abbildet, zeigen sich auch in den verschiedenen NREM-Phasen unterschiedliche Muster der Hirnaktivität im EEG. Grundsätzlich sinken in den NREM-Stadien Körpertemperatur und Blutdruck und es treten nur selten Träume auf.

N1: Übergang zwischen Wachen und Schlafen

Das Schlafstadium N1 bezeichnet den Übergang zwischen Wachzustand und Schlaf. Es ist gekennzeichnet durch einen verringerten Muskeltonus und langsame Augenbewegungen. Im EEG ist eine erhöhte Theta-Aktivität zu beobachten, die Schläfrigkeit anzeigt. Bei einem jungen Erwachsenen (ca. 30 Jahre) liegt der Anteil des N1-Schlafs bei ungefähr 5 % des Gesamtschlafs.

N2: Stabiler Schlaf

Der N2-Schlaf bezeichnet die sogenannte stabile Schlafphase, in der keine Augenbewegungen mehr zu verzeichnen sind. Auch der Muskeltonus ist weiter verringert und im EEG zeigen sich neben der Theta-Aktivität sogenannte K-Komplexe und Schlafspindeln als besondere Muster im EEG. Der Schlaf eines 30-Jährigen besteht etwa aus 45 bis 55 % aus N2-Schlaf.

N3: Tiefschlaf

Im Tiefschlaf, dem N3-Stadium, sind ebenfalls keine Augenbewegungen zu sehen. Der Muskeltonus ist hier am geringsten. Im EEG ist Delta-Aktivität zu beobachten. Etwa 15 bis 25 % des Gesamtschlafs entfallen auf den Tiefschlaf (N3).

In Abhängigkeit von Geschlecht und Alter variiert die Zahl der einzelnen Schlafstadien pro Nacht. Die meisten gesunden Menschen durchlaufen in einer Nacht zwischen 4 und 7 Schlafzyklen, die jeweils zwischen 1 bis 2 Stunden andauern.

Wie lange ist die REM-Phase?

Die Länge des REM-Schlafs ist vor allem vom Alter einer Person abhängig. Bei Neugeborenen dauert der REM-Schlaf insgesamt etwa 9 Stunden. In den ersten Lebensjahren nimmt die Dauer der REM-Phase kontinuierlich ab. Im Alter von etwa 8 Jahren hat sich der REM-Schlaf auf ungefähr 3 Stunden reduziert. Danach verändert sich die Dauer dieser Schlafphase nur noch geringfügig. Bei Erwachsenen liegt der Anteil des REM-Schlafs am Gesamtschlaf bei ungefähr 20 bis 25 %. Bei einer Schlafdauer von 7 bis 8 Stunden entspricht das etwa 2 Stunden.

Wann ist die REM-Phase?

Ein typischer Schlafzyklus besteht aus den Stadien N1, N2, N3, N2 und REM-Schlaf. Dieser Zyklus wiederholt sich im Laufe der Nacht mehrmals, wobei jedoch der N3-Anteil immer geringer und der REM-Anteil immer höher wird.

Der insgesamt zweistündige REM-Schlaf, den ein gesunder Erwachsener während des nächtlichen Schlafs erlebt, ist somit keineswegs gleichmäßig über die Nacht verteilt. Vielmehr nimmt sowohl die Häufigkeit als auch die Länge einer REM Schlafphase gegen Ende der Nacht zu. So dauert die erste REM-Phase in der Nacht nur ungefähr 10 Minuten und wird von Phase zu Phase länger. Die letzte REM-Phase ist häufig 20 bis 25 Minuten lang.

Was passiert in der REM-Phase?

Wissenschaftler gehen davon aus, dass der REM-Schlaf vor allem für Lernprozesse wichtig ist. In REM-Phasen zeigt sich im EEG eine erhöhte Beta-Aktivität, die auch bei mentaler Aktivität oder in Erregungsphasen zu beobachten ist. Ähnliche Aktivitätsmuster zeigt das Gehirn bei Tätigkeiten wie Planen, Problemlösen oder Entscheiden.

Wahrscheinlich verarbeitet das Gehirn während des REM-Schlafs Eindrücke, Informationen, Erlebnisse und Erfahrungen, was erklärt, dass es in dieser Phase zu den meisten Träumen kommt. Tatsächlich können sich Menschen, die aus dem REM-Schlaf geweckt werden, besonders gut an ihre Träume erinnern.

Wie wichtig ist die REM-Phase?

Die große Bedeutung der REM-Phase wird deutlich, wenn sie unterdrückt wird. So zeigen Menschen nach einem REM-Entzug in den nachfolgenden Nächten häufigere oder längere REM-Phasen ("Rebound-Phänomen").

Studien haben gezeigt, dass der Entzug des REM-Schlafs zu einem erhöhten triebhaften Verhalten führen kann. Dies kann sich in einem gesteigerten Hungergefühl, aber auch in stärkeren sexuellen oder aggressiven Impulsen äußern. Außerdem treten nach einem REM-Entzug vermehrt Konzentrations- und Gedächtnisprobleme auf. Es gibt jedoch auch Personen, die ihren Alltag trotz eines lang anhaltenden REM-Entzugs gut meistern können.

Für andere Säugetiere scheint der REM-Schlaf dagegen überlebenswichtig zu sein. So starben beispielsweise Ratten in Tierversuchen, nachdem sie über mehrere Wochen hinweg keinen REM-Schlaf durchlebten.

Welche Funktion hat die REM-Phase?

Die Funktion der REM-Phase ist noch nicht endgültig geklärt. Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass der REM-Schlaf einen wesentlichen Anteil an der Informationsverarbeitung hat. Die Verarbeitung von Eindrücken und Informationen führt dazu, dass relevante Dinge gespeichert und im Langzeitgedächtnis verfügbar gehalten werden, während Irrelevantes aus dem Gedächtnis entfernt wird. Somit beeinflusst der REM-Schlaf auch Lernprozesse.

Auch soll diese Phase mit der Stressbewältigung zusammenhängen und der Erholung und Regeneration von Körper und Psyche dienen. Experten halten deshalb das Aufwecken einer Person während einer REM-Phase für kontraproduktiv. Alle Experten sind sich jedoch einige, dass eine gute Matratze wichtig für guten Schlaf ist. Gute Matratzen finden sich auch in unserem Matratzen Test.

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