Morgens nach dem Aufstehen Rückenschmerzen

Rückenschmerzen sind in unserer Gesellschaft zu einer echten Zivilisationskrankheit geworden. Für viele ist der Rückenschmerz so dominant, dass sie ihn schon als Teil ihres Lebens akzeptiert haben. Nicht nur im Alltag, bei der Arbeit oder beim Heben ist ein schmerzender Rücken ein Problem, sondern häufig bereits auch nach dem Aufstehen.
Dies kann verschiedene Ursachen haben - doch gegen den Rückenschmerz nach dem Schlaf gibt es wirksame Mittel.


Welche Ursachen kann Rückenschmerz nach dem Aufstehen haben?

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Die falsche Matratze

Jede Nacht liegen wir stundenlang auf derselben Matratze und funktioniert hier etwas nicht richtig (die Matratze ist zu hart, zu weich oder zu alt), so sollte sich eigentlich niemand wundern, dass Rückenschmerzen die Folge sind. In der Nacht kann sich die Wirbelsäule im Idealfall entspannen und die Bandscheiben liegen in lockerer, druckloser Haltung zwischen den Wirbeln. Damit dies aber auch wirklich auf natürliche Art und Weise geschehen kann, muss die Matratze die natürliche Entspannungshaltung des Schläfers unterstützen.

Ursachen für Rückenschmerzen nach Aufstehen

Ursachen für Rückenschmerzen nach Aufstehen

Die aber ist individuell bedingt durch Schlafhaltung, Gewicht, Größe und natürlich auch davon beeinflusst, ob ein oder zwei Personen im Bett schlafen und wie viel Raum diese haben.
Eine falsche Matratze muss also nicht gleich eine schlechte Matratze sein und auch eine eigentlich gute Matratze kann nach einigen Jahren ihre positiven Eigenschaften einbüßen.
Durch eine falsche Matratze wird der Körper über den gesamten Nachtschlaf, also etwa sieben Stunden jedes Tages, in eine schmerzverursachende Haltung gezwungen. Im schlimmsten Fall werden die Wirbel komprimiert und die Muskeln verspannen sich.

Im direkten Vergleich bemerkt jeder Schläfer den Unterschied zwischen einer guten und einer schlechten Matratze, doch oftmals sind wir eben einfach an die falsche Matratze gewöhnt und erkennen diese nicht einmal als die Ursache unserer Kreuzschmerzen.

2

Die falsche Schlafposition

Ob Rücken-, Bauch- oder Seitenschläfer, jeder besitzt eine Position, in der er/sie einfach entspannt schlafen kann. Diese entspricht aber häufig nicht unserer Einschlafposition, gerade dann, wenn wir entspannt beim Fernsehen wegnicken.
Wer einmal in der falschen Position einschläft, muss außer einigen kleineren Verspannungen nichts befürchten. Doch eine dauerhaft falsche Position wirkt sich auch negativ auf die Wirbelsäule aus, oftmals machen Routine und falsche Matratzen die falsche Position aber zur nächtlichen Gewohnheit.

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Übergewicht

Leider geht Übergewicht in der westlichen Welt einher mit Rückenschmerzen. Unsere Ernährung ist zu schlecht und zu üppig und dies sorgt dafür, dass in der EU etwa jeder zweite Bürger übergewichtig ist. Das belastet im Alltag nicht nur Gelenke, sondern auch die Wirbelsäule. Die Bandscheibe wird zu stark zusammengedrückt und die Haltung unnatürlich verstellt. Gleichzeitig geht Übergewicht häufig mit körperlicher Inaktivität einher, was verkümmerte Muskeln im Core bedeutet.
Dies wirkt sich auch in der Nacht auf, da das Gewicht hier noch einmal für besonders unnatürlichen, unentspannten Schlaf sorgt.

4

Falsche Haltung tagsüber

Natürlich können wir nachts nicht ganz von unserem Tag loslassen. Zwar ist die Nacht dafür da, dass sich unsere Wirbelsäule von den Lasten des Tages erholt, doch wer zu viel und zu eintönig sitzt, schadet dem Rücken tagsüber dauerhaft.
Einher geht dies mit einer Verkürzung der Sehnen und dem Verkümmern der eigentlich stützenden Muskulatur. Dies lässt sich alleine im Schlaf nicht kurieren, daher ist ergonomisches Sitzen und Arbeiten genau so wichtig wie mehr körperliche Aktivität.

5

Fehlstellung der Wirbelsäule

Ob die krumme Haltung durch schiefe Beine oder durch falsche Schuhe oder die genetische Grundlage, eine fehlgestellte Wirbelsäule kann viele Gründe haben. Ein Besuch beim Orthopäden, Krankengymnastik oder Einlagen für die Schuhe können da schon viel bewirken. Die Fehlstellung wirkt sich nämlich natürlich auch auf unseren Nachtschlaf aus, wenn sich der Körper nie wirklich entspannen kann und Krämpfe und Wirbelschmerzen die Folge sein können.


Die beste Schlafposition - Bauch, Rücken oder Seite?

Der große Vorteil der Rückenlage ist die natürliche S-Kurve der Wirbelsäule. Diese S-Form entspricht auch der natürlichen Grundhaltung der Wirbelsäule. Die perfekte Form fährt die Schulterblätter nach, neigt sich am unteren Rücken zum Nabel und wellt sich am Becken wieder nach außen. Beim Schlaf auf dem Rücken wird genau diese Form unterstützt, da Brustkorb und Becken schwerer sind als der Bauch.

Bei der Seitenlage hingegen ist die Wirbelsäule gerade, auch hier sinken Schultern und Becken aufgrund ihres Eigengewichts in die Matratze ein. Tatsächlich gibt es - aufgrund der Asymmetrie der inneren Organe - Unterschiede zwischen linker und rechter Embryonalhaltung, Ärzte empfehlen die Lage auf der linken Körperseite. Hierdurch wird der Reflux und damit das Sodbrennen minimiert, auch das Herz kann so besser arbeiten.

Problematischer ist die Bauchlage, da hier Druck auf Gelenke und Muskeln aufgebaut wird. In Verbindung mit einem zu großen Kopfkissen kommt es außerdem zu einer Überstreckung der Halswirbelsäule.
Das Einnehmen der Schlafposition im Nachtschlaf erfolgt allerdings unbewusst, lediglich beim (erneuten) Einschlafen haben wir Einfluss darauf. Ärztlich empfohlen ist ein Schlaf auf dem Rücken, abgewechselt mit Schlaf auf der linken Seite.


Wann ist die Matratze zu alt

Matratzen verlieren mit einiger Zeit einfach die vom Hersteller intendierte Festigkeit. Dies ist nicht unbedingt zwangsläufig eine Aussage über die Qualität der Matratze, es geht eben bei einigen Modellen deutlich schneller als bei anderen - alle drei bis fünf Jahre sollte die Matratze aber ersetzt werden.
Grund hierfür ist nicht nur die tägliche Gewichtsbelastung, sondern eben auch Körperwärme und Schweiß. Wer ohne Matratzenschoner oder Topper schläft, sorgt für eine besonders hohe Belastung an Bakterien und Milben.
Ein sicheres Indiz dafür, dass eine Matratze ersetzt werden muss, ist nicht nur ein Alter von mehr als fünf Jahren, sondern auch eine spürbare Abnutzung. Diese macht sich in Form von eingelegenen Kuhlen oder Beulen bemerkbar oder durch einen verringerten Liegekomfort und deutliche Unterschiede in der Härte beim Aufliegen.


Warum der Lattenrost so wichtig ist

Das Lattenrost gehört nach Aussage vieler Händler zu den wichtigsten Komponenten des gesunden Schlafes und tatsächlich wird an vielen Stellen mit technischen Neuerungen geworben.
Die Stiftung Warentest sah dies bei einem Lattenrost Test (2015) jedoch anders. Die Matratze ist der entscheidendste Faktor für gesunden Schlaf ohne Rückenschmerzen, eine starre Unterlage wie eine Spanplatte sei hierfür jedem Lattenrost überlegen.
Der Vorteil des Lattenrosts liegt vor allem in der Belüftung unter der Matratze, diese wird somit weniger anfällig für Befall durch Bakterien und Milben. Eine starre Platte oder ein Futon auf dem Boden eignen sich bei ausreichend dicker Matratze (mindestens 20 Zentimeter) perfekt für einen gesunden Schlaf. Bei klassischen Betten ist das Lattenrost für die Luftzirkulation aber durchaus wichtig, besonders gesundheitsrelevant ist es allerdings nicht. Jede feste Auflage erfüllt mit der richtigen Matratze ihren Zweck. Und beim Kauf einer neuen Matratze ist ein neues Lattenrost keineswegs Pflicht.


Ein Topper für den perfekten Nachtschlaf

Neben Matratze und Lattenrost ist auch die abschließende Ergänzung durch einen Matratzen Topper durchaus empfehlenswert. Auch hier kommt es auf die korrekte Abstimmung an.
Prinzipiell sind Topper wie auch Matratzenschoner waschbar und deswegen alleine aus hygienischen Gründen eine gute Anschaffung. Anders als ein alleine der Hygiene dienender Schoner sorgt der Topper aber auch für mehr Komfort. Die mehreren Zentimeter dicken Topper sorgen für gezielte Punktentlastung beim Schlaf und können die richtige Matratze ergänzen. Ob feste Kaltschaum Topper, wärmesensitive Visco Topper oder flexible Gel Topper, für jeden Schlaftyp gibt es den idealen Topper in Ergänzung zur Matratze.
Wichtig ist lediglich das genaue Abstimmen aller Komponenten für den perfekten, entspannten Nachtschlaf. Denn wie auch alle Wirbel ineinander greifen müssen, müssen es eben auch Unterlage, Matratze, Topper und selbstverständlich auch Kissen.

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