Kaltschaummatratze oder Federkernmatratze kaufen? Was ist besser?

Der Kauf einer neuen Matratze möchte gut überlegt sein, schließlich verbringt der Mensch rund ein Drittel seines Lebens schlafend im Bett. Die endgültige Entscheidung fällt in Deutschland oftmals vor allem zwischen den Klassikern Kaltschaum und Federkern.

Was ist eine Federkernmatratze?

Taschenfederkernmatratze im Test

Taschenfederkernmatratze im Test

Wie der Name schon deutlich zum Ausdruck bringt, arbeitet diese Matratze mit einem Kern aus Federn. Mehrere Stahlfedern werden dicht nebeneinander platziert und wirken somit abfedernd und dämpfend, während sie sich zugleich direkt wieder in die Ausgangsposition begeben, sobald kein Druck beziehungsweise Gewicht mehr auf der jeweiligen Stelle lagert. Zwischen den Federkernmatratzen wird noch weiter unterschieden, so gibt es Matratzen beispielsweise mit Bonellfederkern, Taschenfederkern oder Tonnentaschenfederkern. Mit diesen unterscheiden sich beispielsweise die Form der Federn oder wie diese in den Matratzenkern eingearbeitet werden.

Was ist eine Kaltschaummatratze?

Diese Variante der Matratzen ist in Deutschland ebenfalls sehr beliebt. Sie bestehen aus einem Schaum, der auch zu anderen Matratzentypen verarbeitet werden kann, beispielsweise Memory- oder Komfortschaum. Kaltschaum ist deshalb eine Besonderheit, weil dieser bei Zimmertemperatur auf natürliche Art und Weise aushärtet, ohne durch hohe Temperaturen nachbehandelt zu werden.

Weiterhin lässt sich bei diesem innovativen Schaumstoff eine sehr einfache Zonierung umsetzen, da der Schaum bei der Herstellung sowieso schon zurechtgeschnitten wird. Weil weder der Schaumstoff noch der Herstellungsprozess besonders teuer sind, sind Kaltschaummatratzen schon mit einem geringen Budget zu haben, was sie über die Jahre zu einem der heimlichen Lieblinge der Deutschen hat avancieren lassen.

Worin unterscheiden sich Federkern und Kaltschaum?

Sowohl bei den individuellen Vor- und Nachteilen als auch beim Material selbst bestehen Unterschiede, schließlich arbeiten Federkernmatratzen mit einem eingearbeiteten physischen Widerstand (den Federn), während Schaummatratzen sich eben aus diesem Material zusammensetzen, ohne separat verbaute Widerstände.

In der Nacht, beim Schlafen, werden ebenso Unterschiede deutlich - auch wenn diese mitunter erst am nächsten Morgen spürbar sind! Letztlich ist deshalb, wie immer beim Kauf einer Matratze, ausgesprochen wichtig, dass die individuellen Vorteile entsprechend der eigenen individuellen Situation sowie der persönlichen Schlafgewohnheiten gewertet werden. Nur so kann die Matratze in der Praxis wirklich alle ihre Stärken ausspielen.

Vorteile der Federkernmatratze

Federkernmatratzen sind dafür bekannt, die Wärme sehr gut abzuführen, weshalb sie einen angenehm kühlenden Effekt haben. Vor allem für Menschen, denen in der Nacht schnell warm wird oder die stark schwitzen, ist die Federkernmatratze daher eine gute Wahl.

Weiterhin besitzen sie aufgrund des physischen Widerstands eine geringe Einsinktiefe, was zum Vorteil für Menschen mit hohem Körpergewicht oder für Bauchschläfer wird, da bei beiden ein Einsinken in dünne Matratzen möglich ist. Federkernmatratzen verfügen außerdem über eine exzellente Punktelastizität und sind dank der Federn mit einer langen Haltbarkeit gesegnet, zumindest wenn es sich um eine Matratze mit entsprechend hoher Qualität handelt.

Vorteile der Kaltschaummatratze

Qualitativ hochwertig verarbeitete Kaltschaummatratzen sind atmungsaktiv, da die Poren des Materials während der Herstellung mit dem sogenannten "Crushing" wieder geöffnet werden, was bei der Komfortschaummatratze schon aufgrund der Nachbearbeitung mit der hohen Temperatur geschieht. Außerdem besitzen sie eine hohe Stauchhärte und begeben sich daher schnell und zuverlässig wieder in ihre ursprüngliche Position zurück.

Hochwertige Modelle sind lange haltbar und nicht gegenüber Kuhlen anfällig, vor allem dann nicht, wenn sie regelmäßig gewendet werden. Da keine physischen Widerstände wie Federn existieren, sind die Kaltschaummatratzen zudem geräuschlos, eignen sich daher sowohl für unruhige Schläfer als auch für Doppelbetten.

Welche Matratze eignet sich für mich?

Welche der Matratzen nun tatsächlich die beste Wahl darstellt, ist maßgeblich von den eigenen Schlafgewohnheiten und körperlichen Voraussetzungen abhängig. Nachfolgend soll daher einmal eine Übersicht geliefert werden.

Seitenschläfer:

Wird auf der Seite geschlafen, gilt es einerseits die Lordose ausreichend zu stützen, zugleich aber auch Druckstellen zu verhindern, beispielsweise an den Knien oder den Schultern. Die häufigste Wahl für Seitenschläfer ist mit Sicherheit die Kaltschaummatratze. Sie hat den Vorteil, dass sie zoniert werden kann, wodurch dank einer Schulterzone beispielsweise auch die Schultern entsprechend zuverlässig gestützt werden.

Weiterhin sind Kaltschaummatratzen kompatibel mit verstellbaren Lattenrosten, so kann in der Nacht beispielsweise das Kopfteil höher gestellt werden, ohne die Matratze zu beschädigen. Das weiche Material und die hohe Stauchhärte wirken sich bei Seitenschläfern ebenfalls positiv aus. Zu Federkernmatratzen greifen Seitenschläfer hingegen für gewöhnlich nicht.

Rückenschläfer:

Die Lagerung ist bei Rückenschläfern wichtig, zumal sie sogar vom Kopfkissen abhängig ist. Wer sich falsch lagert, verteilt unfreiwillig zu viel Gewicht auf die Schultern und den Oberrücken, was dann zu Nacken- und Rückenschmerzen führt. Rückenschläfer bewegen sich in der Nacht in der Regel nicht sonderlich viel, sondern liegen eher bewegungsarm auf dem Rücken. Eine Federkernmatratze könnte in Doppelbetten daher immer noch in Erwägung gezogen werden. Meist fällt die Entscheidung aber auf Visco- oder Kaltschaummatratzen.

Die Zonierung sorgt dafür, dass nicht zu viel Gewicht auf eine einzelne Körperstelle verlagert wird, die dann unangenehm durchhängen würde. Außerdem ist die Stauchhärte von Vorteil, wenn sich der Winkel der Schultern einmal verändert. Das Material rückt dadurch entsprechend schnell nach, wodurch ein tiefer Schlaf nicht unterbrochen wird.

Bauchschläfer:

Geht es nach Schlafexperten und Medizinern, ist die Schlafposition auf dem Bauch wohl die ungesündeste Alternative - beliebt ist sie aber dennoch. Von Nachteil ist vor allem, dass die Arme schlecht durchblutet werden, da meist der Kopf darauf abgelegt wird, außerdem können auch innere Organe nur schlecht arbeiten, wenn die ganze Nacht das gesamte Körpergewicht darauf ruht. Dazu gesellen sich Schulter- Nacken- und Rückenschmerzen, sowohl im Ober- als auch Unterrücken.

Aufgrund ihrer hohen Punktelastizität ist eine Taschenfederkernmatratze zu empfehlen, da sie besser auf die unregelmäßige Gewichtsverteilung reagiert. Ebenso ist von Vorteil, dass die Federkernmatratzen Wärme schnell abtransportieren, so staut sich diese nicht unter der Brust oder unter dem Bauch. Wurde die Federkernmatratze sogar zoniert, ist das vor allem für Frauen auf Brusthöhe von Vorteil.

Fazit: Ist eine Kaltschaum- oder Federkernmatratze besser für mich?

Eine gute Wahl sind beide Typen, sofern sie denn zu den eigenen Schlafgewohnheiten passen. Kaltschaum eignet sich für Seiten- und Rückenschläfer, zugleich begeistert die Matratze mit einem geringen Eigengewicht, einer hohen Stauchhärte und den atmungsaktiven Eigenschaften. Federkernmatratzen empfehlen sich für Bauchschläfer, sind ausgesprochen punktelastisch, haltbar und ermöglichen ein kühles Schlafklima, da Wärme und Feuchtigkeit sofort abtransportiert werden.

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