Bettwanzen bekämpfen - Stiche & Bisse erkennen

Bei Bettwanzen handelt es sich um Parasiten, die zur Familie der Plattwanzen gehören. Sie sind nachtaktiv und ernähren sich von Blut. Folgend geht es um die frühzeitige Erkennung von Bettwanzen und effektive Maßnahmen, um sie wieder loszuwerden. Anschließend werden mögliche Gründe für den Befall erläutert und potentielle Risiken erklärt.

Woran lassen sich Bettwanzen erkennen?

Eine Bettwanze

Eine Bettwanze

Einleitend gilt es darauf hinzuweisen, dass nur ausgewachsene Bettwanzen mit dem bloßen Auge erkennbar sind. Zu den typischen Merkmalen zählt unter anderem die auffällige rotbraune Farbgebung. Des Weiteren haben Bettwanzen eine extrem flache Körperform, der sie ihren umgangssprachlichen Beinamen "Tapetenflunder" verdanken. Im Gegensatz zu einigen anderen Parasiten sind die entsprechenden Tiere behaart, was allerdings nur bei genauem Hinsehen oder unter einer Lupe erkennbar ist.

Aufgrund ihrer Nachtaktivität sind Bettwanzen tagsüber kaum auffindbar und können sich beispielsweise in Matratzenritzen versteckt halten. Zudem können sich die Blutsauger in Ruhephasen auch hinter Fußleisten oder Bilderrahmen finden. Bei der Suche empfiehlt sich in jedem Fall die Verwendung einer hellen Lampe. Weil Bettwanzen über mehrere Monate hinweg ohne Nahrung auskommen, können auch unbewohnte Räumlichkeiten von einem betroffen sein.

Ergänzend gilt es auf die Geruchsentwicklung zu achten: Demzufolge sondern Bettwanzen einen süßlichen Geruch ab, der von den meisten Menschen als unangenehm und stechend beschrieben wird. Für eine entsprechende Kontrolle empfiehlt sich das Riechen an Bettdecke, Kissen und Laken.


Bettwanzen Stiche

So sehen Bettwanzen Stiche aus

Wie sehen Bisse von Bettwanzen aus?

Bettwanzen werden von Geruch und Wärme des menschlichen Körpers angelockt: Der Vorgang des Blutsaugens erfolgt ausschließlich nachts und dauert etwa fünf bis zehn Minuten. Das Ergebnis sind sichtbare Bisse, die sich in Form juckender Quaddeln äußern können. Außerdem lässt sich an der betroffenen Körperstelle ein klares Muster erkennen: Die Bisse von Bettwanzen sind in einer Reihe angeordnet und oftmals stark gerötet.

Die entsprechenden Bissreihen werden auch als "Wanzenstraßen" bezeichnet und treten primär an unbedeckten Körperregionen auf. Dazu gehören beispielsweise Arme, Nacken und Gesicht. Ein ernsthaftes Problem stellt die Unterscheidung zu Flohbissen dar: Bei beiden Bissvorgängen resultiert der blutgerinnungshemmende Speichel des Insekts in einer Rötung der Haut. Im Gegensatz zu Flohbissen gehen die Bisse von Bettwanzen aber nicht mit der Bildung erhabener Papeln einher.


Wie lassen sich Bettwanzen effektiv bekämpfen?

Falls Sie in Ihrer Wohnung einen Befall mit Bettwanzen festgestellt haben, empfiehlt sich die Inanspruchnahme externer Hilfe: Im Optimalfall informieren Sie direkt das für Ihre Region zuständige Gesundheitsamt, um eine kostenlose Befallsaufnahme durchführen zu lassen. In Absprache mit den Experten vom Gesundheitsamt und einem professionellen Kammerjäger erfolgt anschließend die Planung der konkreten Bekämpfung.

Bettwanzen Bisse

Bettwanzen Bisse

Neben der Beauftragung eines Kammerjägers können Sie eine Vielzahl ergänzender Maßnahmen selbstständig durchführen: Grundsätzlich ist die sofortige Entsorgung der jeweiligen Matratze ratsam. Auf diesem Weg können Sie das Risiko für weitere Bisse während des Schlafens minimieren und die Vermehrung der Bettwanzen eindämmen. Wer auf Nummer sicher gehen will, entsorgt nicht nur die Matratze, sondern auch das zugehörige Bettgestell.

Ein weiterer Teilschritt bei der Bekämpfung von Bettwanzen ist der gezielte Einsatz von Klebefallen: Mit dieser Maßnahme lassen sich erste Verdachtsmomente bestätigen und einzelne Tiere unschädlich machen. Zu diesem Zweck befestigen Sie einfach doppelseitiges Klebeband am Bett und Lattenrost. Potentiell vorhandene Bettwanzen bleiben an der Klebefalle hängen und werden effektiv am Blutsaugen gehindert. Doppelseitiges Klebeband ist sowohl im Schreibwarenhandel erhältlich als auch im Internet bestellbar.

Ein natürliches Hilfsmittel gegen Bettwanzen sind Bohnenblätter: Die winzigen Härchen auf der Oberfläche der Blätter machen Bettwanzen bewegungsunfähig. Die Beine der Parasiten werden auf den Bohnenblättern fixiert, sodass sich mögliche Bisse vorbeugen lassen. Für eine optimale Wirkung sollten die Blätter um das gesamte Bett herum verteilt werden. Am nächsten Tag lassen sich die Bohnenblätter mit den gefangenen Bettwanzen dann ganz einfach über den Hausmüll entfernen.

In Ihrer Wohnung wurde ein Befall mit Bettwanzen festgestellt, aber Sie möchten nicht Ihre komplette Einrichtung entsorgen? Dann empfiehlt sich der bewusste Einsatz von Hitze und Kälte: Kleine Gegenstände können Sie zum Beispiel bei etwa -18 °C einfrieren, um die Bettwanzen abzutöten. Wer Zugang zu einer Sauna hat, kann eventuell befallene Einrichtungsgegenstände auch durch eine Stunde Hitze von lebenden Parasiten befreien. Speziell bei teuren Einrichtungsobjekten ist diese Methode empfehlenswert, um den finanziellen Schaden durch Bettwanzen möglichst gering zu halten. Das regelmäßige und gründliche Saugen mit einem leistungsstarken Staubsauger kann ebenfalls einen wertvollen Beitrag leisten, um Bettwanzen endgültig loszuwerden.

Bettwanze Bild

Bettwanze im Detailbild


Wie gelangen Bettwanzen in die Wohnung?

Die Wege von Bettwanzen in die heimische Wohnung können unterschiedlich ausfallen: Zu den klassischen Risiken zählen zum Beispiel gebrauchte Möbel und Kleidungsstücke, die mit entsprechenden Tieren oder deren Eiern befallen sind. Außerdem werden Bettwanzen häufig als unerwünschte Mitbringsel aus dem Urlaub mitgebracht. Eine weitere Gefahr ist die Nähe zu Vogelnestern: Vögel sind besonders häufig von Bettwanzen betroffen, sodass ein Nest in unmittelbarer Umgebung des Hauses zum Problem werden kann.


Welche Bedingungen begünstigen den Befall mit Bettwanzen?

Grundsätzlich sind unhygienische Zustände in der eigenen Wohnung ein großer Risikofaktor für den Befall mit Bettwanzen: Aus diesem Grund ist es ratsam, die Matratze etwa alle fünf Jahre auszutauschen und regelmäßig zu reinigen. Auch die ausreichende Belüftung der Wohnräume ist von enormer Wichtigkeit, um möglichst ungünstige Lebensbedingungen für Parasiten zu schaffen. Gebrauchte oder im Urlaub getragene Kleidung sollte zudem bei 60 Grad gewaschen werden, um eventuell vorhandene Tiere oder Eier abzutöten.


Sind Bettwanzen für Menschen gefährlich?

Bettwanzen stellen in der Regel keine ernsthafte Gefahr für die menschliche Gesundheit dar und übertragen auch keine ansteckenden Krankheiten. Im schlimmsten Fall kann es aber zu allergischen Reaktionen kommen, was die Wichtigkeit einer gezielten Bekämpfung und Prävention unterstreicht. Die Bisse sind unangenehm und unschön anzusehen, aber klingen in den meisten Fällen nach wenigen Wochen wieder ab. Bei starkem Juckreiz kann die Verwendung einer pflegenden Salbe Abhilfe schaffen.


Wie groß ist eine Bettwanze?

Bettwanzen durchlaufen eine Vielzahl von unterschiedlichen Stadien, in denen sich die Größe immer wieder verändert. Ausgewachsene Tiere haben in etwa die Abmessungen eines Marienkäfers. Die Körperlängen betragen zwischen 3,8 und 5,5 Millimeter. Nach der Aufnahme von Blut wird die papierdünne Form der Bettwanzen deutlich dicker und runder.

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